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Bambuswald ohne Gedränge: 10 Alternativen zum Arashiyama

Von Pia · Stand: Oktober 2026

Hohe Bambushalme von unten gesehen, Sonnenlicht fällt durch die Blätter

Manche bekannten Sehenswürdigkeiten in Japan sind viel zu überlaufen und meiner Meinung nach den Besuch nicht unbedingt wert. Vor allem, weil man oft viel Zeit mit Anstehen und Warten verliert, Zeit, in der man etwas anderes erleben könnte. Ein Beispiel dafür ist der Bambuswald in Arashiyama in Kyoto. Er ist schön, keine Frage, aber wenn man Pech hat, sieht man den Wald vor lauter Menschen nicht mehr.

Dabei gibt es in Japan viele andere schöne Bambushaine, nur stehen sie eben nicht in den gängigen Reiseführern. Hier sind 10 davon, sortiert nach der Stadt, von der aus du sie am einfachsten erreichst: 6 in und um Kyoto, 4 in und um Tokyo.

Die Alternativen im Überblick

Vorweg ehrlich: Keiner dieser Orte ist so groß und so dicht wie der Arashiyama. Dafür hast du dort den Bambus oft fast für dich allein.

OrtWoBambusRuheEintrittPasst zu
Adashino Nenbutsu-jiKyoto, Saganokurzer Hain mit Stufeneher ruhig500 YenArashiyama
Kōdai-jiKyoto, Higashiyamakurzer Weg im Gartenje nach Tageszeit800 YenGion, Kiyomizu-dera
Tenju-anKyoto, Nanzen-jikleiner Hain im Garteneher ruhig500 YenNanzen-ji, Philosophenweg
Jizō-inKyoto, WestenHain hinter dem Torsehr ruhig500 YenBambuspark Rakusai
Bambuspark RakusaiKyoto, WestenPark mit vielen Bambusartensehr ruhigkostenlosJizō-in, Mukō
Bambusweg MukōMukō bei Kyoto1,8 km Wegsehr ruhigkostenlosBambuspark Rakusai
Tonogayato-GartenTokyo, KokubunjiHain im Landschaftsgartenruhig150 YenHalbtag im Westen Tokyos
Hōkoku-jiKamakuradichter Hain mit Teehauseher ruhig400 YenTagesausflug ab Tokyo
Bambusweg ShuzenjiIzukurzer Weg am Flussje nach TageszeitkostenlosOnsen-Übernachtung
Wakayama-FarmUtsunomiyagroßer Bambuswald, 24 haruhig900 YenTagesausflug nach Nikkō

Den Arashiyama trotzdem sehen

Wenn du den berühmten Bambusweg unbedingt selbst sehen willst, geh so früh wie möglich hin. Der Weg ist frei zugänglich und kostet nichts, und am frühen Morgen sind deutlich weniger Menschen unterwegs als ab dem späten Vormittag, wenn die Reisegruppen ankommen. Danach kannst du direkt weiter zum Adashino Nenbutsu-ji, der liegt im selben Viertel.

Bambusweg in Arashiyama mit Reisigzäunen, unten verwischte Besucher
Der Bambusweg in Arashiyama tagsüber, lange belichtet. Die verwischten Gestalten sind Besucher.

Bambus in Kyoto

1. Adashino Nenbutsu-ji: gleich ums Eck vom Arashiyama

Der naheliegendste Ausweg, wenn du ohnehin in Arashiyama bist, denn der Tempel liegt im selben Viertel Sagano, nur ein Stück weiter oben. Bekannt ist er vor allem für die Tausenden kleinen Steinfiguren auf dem Gelände, die an Verstorbene erinnern, die früher in dieser Gegend ohne Grab beigesetzt wurden. Ganz hinten im Tempelgelände führt eine Treppe durch einen Hain aus Mōsō-Bambus, und genau dort wird es angenehm still.

Der Hain ist deutlich kürzer als der Weg in Arashiyama. Für ein paar ruhige Minuten und ein Foto ohne fremde Hinterköpfe reicht er aber völlig.

Feld aus Tausenden kleinen Steinfiguren vor einer Steinpagode, dahinter rotes Herbstlaub
Die Steinfiguren im Adashino Nenbutsu-ji, hier im Herbst. Der Bambushain liegt ganz hinten im Gelände.
Adresse
〒616-8436 京都市右京区嵯峨鳥居本化野町17
Geöffnet
9:00 bis 16:30 (letzter Einlass), im Jänner, Februar und Dezember nur bis 15:30
Hinkommen
ab JR-Bahnhof Saga-Arashiyama oder Keifuku-Station Arashiyama zu Fuß, mit dem Bus oder Taxi
Kostet
500 Yen
Offiziell
nenbutsuji.jp

2. Kōdai-ji: Bambus zwischen Gion und Kiyomizu-dera

Der Tempel wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von Nene gegründet, der Witwe des Reichseinigers Toyotomi Hideyoshi. Er liegt im Osten Kyotos, also genau dort, wo die meisten ohnehin unterwegs sind: zwischen Gion und dem Kiyomizu-dera. Im Garten führt ein kurzer Weg durch einen Bambushain, der mit seinem Licht sehr fotogen ist.

Zugegeben, der Bambusweg ist hier nur ein kleiner Teil des Tempels und ziemlich kurz. Dafür bekommst du einen schönen Zen-Garten und gut erhaltene Gebäude dazu, und der Umweg ist kaum der Rede wert. Im Herbst gibt es abends eine Beleuchtung, 2026 vom 23. Oktober bis 13. Dezember.

Adresse
京都市東山区高台寺下河原町526
Geöffnet
9:00 bis 17:30, letzter Einlass 17:00. Während der Abendbeleuchtung bis 22:00, letzter Einlass 21:30
Hinkommen
Bushaltestelle Higashiyama-Yasui, dann 7 Minuten zu Fuß. Ab Bahnhof Gion-Shijō etwa 10 Minuten zu Fuß
Kostet
800 Yen. Der Bambusweg liegt im Garten, ist also im Eintritt enthalten
Offiziell
kodaiji.com

3. Tenju-an: Bambus im Schatten des Nanzen-ji

Tenju-an ist ein kleiner Nebentempel des großen Nanzen-ji im Osten Kyotos, ganz in der Nähe des Philosophenwegs. Er hat zwei Gärten, einen Steingarten und einen Teichgarten zum Durchspazieren, und dazu einen kleinen Bambushain. Der Hain ist klein, das sei gleich gesagt, aber zusammen mit den Gärten ein schöner, ruhiger Halt, wenn du ohnehin am Nanzen-ji bist.

Runde Trittsteine führen über einen grünen Teich, daneben ein Geländer aus Bambusrohr, dahinter Bambus und Bäume
Trittsteine durch den Teichgarten im Tenju-an. Foto: Pia
Adresse
京都府京都市左京区南禅寺福地町
Geöffnet
9:00 bis 17:00, von November bis Februar bis 16:30. Am 11. November nachmittags und am 12. November vormittags geschlossen
Hinkommen
ab U-Bahn-Station Keage etwa 8 Minuten zu Fuß
Kostet
500 Yen
Offiziell
keine eigene Seite gefunden

4. Jizō-in: der „Bambus-Tempel“ im Westen

Jizō-in wird auch Take-no-tera genannt, der „Bambus-Tempel“, und der Name ist Programm: Hinter dem Eingangstor beginnt ein dichter Bambushain. Der kleine Zen-Tempel stammt aus dem 14. Jahrhundert und hat außerdem einen Steingarten auf Moos. Er liegt im Westen Kyotos, abseits der üblichen Wege, und ist deshalb meist sehr ruhig. Vom Bambuspark Rakusai ist es nicht weit.

Ein Haken: Der Tempel hat an manchen Wochentagen geschlossen, und die Angaben dazu sind nicht ganz einheitlich. Laut dem Reiseportal Rurubu ist montags und donnerstags zu, mit Ausnahmen im Frühling und Herbst. Plan den Besuch also nicht auf gut Glück, sondern ruf vorher an oder lass es dir im Hotel bestätigen. Laut Rurubu gibt es außerdem einen eigenen Eintrittspreis für Besucher aus dem Ausland, der höher liegt als für Einheimische.

Adresse
京都府京都市西京区山田北ノ町23
Geöffnet
9:00 bis 16:00, Ruhetage vorher prüfen (siehe oben)
Hinkommen
ab Hankyū-Station Kami-Katsura etwa 12 bis 15 Minuten zu Fuß
Kostet
laut Rurubu 500 Yen, für Besucher mit Wohnsitz im Ausland 1.000 Yen
Telefon
075-381-3417
Offiziell
keine eigene Seite gefunden

5. Bambuspark Rakusai: ein ganzer Park nur für Bambus

Der Rakusai-Bambuspark der Stadt Kyoto ist eine Art Freiluft-Museum für Bambus. Im Garten wachsen viele verschiedene Bambusarten, dazu gibt es ein kleines Bambusmuseum und alte Steinfiguren im Grün. Der Eintritt ist frei, und Touristen verirren sich nur selten hierher. Er liegt im selben Teil Kyotos wie der Jizō-in und der Bambusweg in Mukō, die drei lassen sich gut an einem halben Tag verbinden.

Lage
Nishikyō, Kyoto
Geöffnet
9:00 bis 17:00, letzter Einlass 16:00. Mittwochs und vom 29. Dezember bis 3. Jänner geschlossen
Hinkommen
ab Hankyū-Bahnhof Katsura mit dem Stadtbus Linie Nishi 3 oder Nishi 8 bis Minami-Fukunishichō, dann 5 Minuten zu Fuß
Kostet
kostenlos
Offiziell
Kyoto City Tourism

6. Bambusweg in Mukō: fast 2 Kilometer am Stück

Wenn du einen richtigen Spaziergang durch Bambus willst und nicht nur ein paar Meter, ist das die beste Alternative. Die Stadt Mukō liegt südwestlich von Kyoto in einer Gegend, die für ihren Bambus bekannt ist. Der Take-no-michi, der „Bambusweg“, ist rund 1,8 Kilometer lang und von Bambushainen gesäumt. Entlang des Weges stehen acht verschiedene Arten von Bambuszäunen, einige davon eigens für diesen Weg entworfen.

Der Weg kostet nichts und ist jederzeit zugänglich. Allerdings brauchst du für die Anfahrt etwas Zeit. Am besten kombinierst du ihn mit dem Bambuspark Rakusai, dann lohnt sich der halbe Tag. Dafür hast du den Bambus hier oft wirklich fast für dich allein.

Lage
Mukō, Präfektur Kyoto
Geöffnet
jederzeit
Hinkommen
ab Hankyū-Bahnhof Higashi-Mukō etwa 15 Minuten zu Fuß
Kostet
kostenlos
Mehr Infos
ANA Japan Travel Planner (japanisch)

Bambus in und um Tokyo

7. Tonogayato-Garten: Bambus mitten in Tokyo

Wer gar nicht aus Tokyo raus will, findet im Westen der Stadt einen kleinen Landschaftsgarten mit Bambushain. Der Tonogayato-Garten in Kokubunji liegt an einem Hang mit Quellen, Teich und einem kleinen Teehaus, und ein schmaler Weg führt durch den Bambus. Groß ist das alles nicht, aber für 150 Yen und zwei Minuten vom Bahnhof eine schöne Pause von der Großstadt.

Adresse
東京都国分寺市南町2-16
Geöffnet
9:00 bis 17:00, letzter Einlass 16:30. Vom 29. Dezember bis 1. Jänner geschlossen
Hinkommen
ab Bahnhof Kokubunji (JR Chūō-Linie) 2 Minuten zu Fuß
Kostet
150 Yen
Offiziell
Tokyo Metropolitan Park Association

8. Hōkoku-ji in Kamakura: Matcha im Bambushain

Kamakura ist der Klassiker unter den Bambus-Ausflügen ab Tokyo. Der Zen-Tempel Hōkoku-ji hat einen dichten Hain aus hohem Mōsō-Bambus, und mitten darin steht ein kleines Teehaus, in dem man Matcha mit einer kleinen Süßigkeit trinken kann, mit Blick direkt in den Bambus. Von Tokyo aus bist du in gut einer Stunde dort: 56 Minuten mit der JR Yokosuka-Linie bis Kamakura, dann noch ein kurzes Stück mit dem Bus.

Zugegeben, er ist nicht ganz so imposant wie der Arashiyama, aber dafür ist es dort viel ruhiger. Und mit einem Matcha in der Hand fühlt sich der Bambus ohnehin anders an als im Gedränge.

Adresse
神奈川県鎌倉市浄明寺2-7-4
Geöffnet
Bambusgarten 9:00 bis 16:00. Geschlossen vom 29. Dezember bis 3. Jänner und bei schlechtem Wetter
Hinkommen
ab JR-Bahnhof Kamakura (Ostausgang) mit dem Bus ab Haltestelle 4 etwa 12 Minuten bis Jōmyōji, dann 3 Minuten zu Fuß. Mit dem Taxi etwa 7 Minuten
Kostet
400 Yen für den Bambusgarten, Matcha mit Trockensüßigkeit im Teehaus 600 Yen
Telefon
0467-22-0762
Offiziell
houkokuji.or.jp

9. Bambusweg in Shuzenji: Bambus und Onsen auf der Izu-Halbinsel

Shuzenji ist ein alter Onsen-Ort auf der Izu-Halbinsel, und mitten im Ort führt ein rund 400 Meter langer Weg am Fluss Katsura entlang durch Bambus, vorbei an roten Brücken. Der Weg ist kostenlos und jederzeit zugänglich, abends wird er beleuchtet. Tagsüber kann es dort durchaus voll werden. Wer aber im Ort übernachtet, hat ihn am Abend oder am frühen Morgen fast für sich, und genau dafür lohnt sich Shuzenji: als Onsen-Nacht mit Bambus-Spaziergang.

Lage
Shuzenji Onsen, Izu, Präfektur Shizuoka
Geöffnet
jederzeit, abends beleuchtet
Hinkommen
ab Bahnhof Shuzenji mit dem Bus in den Ortskern von Shuzenji Onsen
Kostet
kostenlos
Telefon
0558-72-2501 (Tourismusverband Izu, Büro Shuzenji)
Offiziell
shuzenji-kankou.com

10. Wakayama-Farm in Utsunomiya: der große Bambuswald

Wenn du einen Bambuswald willst, der wirklich groß ist, ist das die Adresse. Die Wakayama-Farm bei Utsunomiya ist ein Familienbetrieb, der seit über 100 Jahren Bambussprossen und Esskastanien anbaut, und der Bambuswald gehört zu einem rund 24 Hektar großen Gelände. Die Farm wurde schon oft als Drehort genutzt, es gibt eine Beleuchtung am Abend, ein Café und Bastelkurse mit Bambus.

Die Anfahrt ist der Haken: Utsunomiya liegt etwa eine Stunde mit dem Shinkansen nördlich von Tokyo, und vom Bahnhof braucht man noch ein Taxi oder Auto. Am besten verbindest du es mit einem Ausflug nach Nikkō, das liegt in derselben Richtung.

Adresse
栃木県宇都宮市宝木本町2018
Geöffnet
Montag bis Freitag 9:00 bis 17:00, an Wochenenden und Feiertagen bis 20:00 (Juni bis August bis 21:00). Letzter Einlass 30 Minuten vor Schluss. Dienstags und unregelmäßig geschlossen
Kostet
900 Yen
Offiziell
wakayamafarm.com

Bambusfotos ohne Enttäuschung

Nahaufnahme grüner Bambushalme mit hellen Knoten, Hintergrund unscharf
Bambus wirkt bei weichem Licht am schönsten.

Bambus wirkt bei weichem Licht am schönsten, also am Morgen oder am späten Nachmittag. In der Mittagssonne sehen die Halme oft flach aus. Und weil die meisten dieser Orte Tempel sind, gilt dort, was in jedem Tempel gilt: auf den Wegen bleiben, leise sein und niemandem für ein Foto den Weg versperren. Wenn du die Öffnungszeiten vorher kurz auf der offiziellen Seite prüfst, sparst du dir außerdem den Ärger, vor einem geschlossenen Tor zu stehen.

Quellen

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Japan, Ort für Ort: Cover mit Fuji, aufgefächerte Seiten und die Ansicht am Handy, 222 Seiten

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