Startseite › Blog › Übernachtungssteuer Kyoto
Kyoto ist eine der meistbesuchten Städte Japans, und die Stadt kämpft seit Jahren mit überfüllten Bussen, verstopften Gassen und steigenden Kosten für die Infrastruktur. Ein Teil der Antwort darauf ist die Übernachtungssteuer, die seit dem 1. März 2026 deutlich höher ausfällt als vorher. In der teuersten Stufe zahlt man jetzt 10.000 Yen pro Person und Nacht.
Die gute Nachricht vorweg: Für die meisten Reisenden ändert sich weniger, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Hier steht, wer wie viel zahlt und wie du deinen Aufenthalt in Kyoto trotzdem günstiger machst. Die Steuersätze stammen direkt von der Stadt Kyoto, der Link steht unten bei den Quellen.
Die Steuer wird pro Person und Nacht berechnet. Entscheidend ist der Preis, den die Übernachtung pro Person kostet.
| Übernachtungspreis pro Person | bis Februar 2026 | seit 1. März 2026 |
|---|---|---|
| unter 6.000 Yen | 200 Yen | 200 Yen |
| 6.000 bis unter 20.000 Yen | 200 Yen | 400 Yen |
| 20.000 bis unter 50.000 Yen | 500 Yen | 1.000 Yen |
| 50.000 bis unter 100.000 Yen | 1.000 Yen | 4.000 Yen |
| ab 100.000 Yen | 1.000 Yen | 10.000 Yen |
Bezahlt wird direkt an die Unterkunft. Manchmal ist die Steuer schon im Preis der Buchungsplattform enthalten, oft wird sie aber erst vor Ort beim Check-in kassiert. Frag am besten vorher bei der Unterkunft nach. Laut Reiseberichten nehmen manche Häuser dafür nur Bargeld, ein paar tausend Yen in der Tasche schaden also nicht.
Weil pro Person gerechnet wird, teilt man den Zimmerpreis durch die Zahl der Gäste:
Ehrlich gesagt: Wer im normalen Mittelklassehotel schläft, zahlt jetzt ein paar hundert Yen mehr pro Nacht. Das ist ärgerlich, aber verkraftbar. Richtig ins Gewicht fällt die Steuer erst bei Luxushotels und edlen Ryokan, und genau da wollte die Stadt auch ansetzen.
Das eigentliche Problem in Kyoto ist der Zimmerpreis selbst. Die Stadt ist beliebt, es gibt nur begrenzt Platz für neue Hotels, und zur Kirschblüte und im Herbst schießen die Preise nach oben. Wer in Kyoto sparen will, setzt deshalb am besten bei der Unterkunft an.
Ende März bis Anfang April (Kirschblüte) und von Mitte November bis Anfang Dezember (Herbstlaub) ist Kyoto am vollsten und am teuersten. Im Jänner und Februar ist es kalt, aber deutlich ruhiger, und die Zimmer kosten oft nur einen Bruchteil. Auch unter der Woche sind die Preise meist niedriger als am Wochenende.
Die Steuer springt an festen Grenzen: Bei 20.000 Yen pro Person steigt sie von 400 auf 1.000 Yen, bei 50.000 Yen von 1.000 auf 4.000 Yen. Wenn dein Zimmer knapp über einer Grenze liegt, lohnt sich manchmal ein Blick auf ein vergleichbares Haus knapp darunter. Bei 50.000 Yen pro Person macht das 3.000 Yen Unterschied pro Person und Nacht.
Weil Frühstück und Abendessen nicht in die Berechnung einfließen, zählt nur der reine Zimmerpreis. Wenn eine Unterkunft die Mahlzeiten getrennt ausweist, landest du unter Umständen in einer niedrigeren Stufe als mit einem Pauschalpreis. Frag im Zweifel nach, wie das Haus rechnet.
Osaka liegt mit dem schnellen Zug nur rund eine halbe Stunde entfernt und hat meist mehr Hotels zu niedrigeren Preisen. Auch dort gibt es eine Übernachtungssteuer, sie liegt seit September 2025 aber bei höchstens 500 Yen pro Person und Nacht. Bei Mittelklassehotels ist der Unterschied zu Kyoto gering, bei teuren Zimmern dagegen spürbar. Der Nachteil: Morgens bist du nicht als Erste oder Erster an den bekannten Tempeln, und abends musst du zurückfahren. Wer Kyoto in Ruhe erleben will, sollte zumindest ein, zwei Nächte direkt dort einplanen.
Viele der schönsten Ecken Kyotos kosten keinen Eintritt. Der Fushimi Inari Taisha mit seinen Toren, der Bambusweg in Arashiyama, das Gelände des Nanzen-ji, der Philosophenweg und die Gassen von Gion und Higashiyama sind frei zugänglich. Damit lässt sich ein ganzer Tag füllen, ohne einen einzigen Yen Eintritt. (Wenn dir der Bambusweg zu voll ist: In meinem Beitrag Bambuswald ohne Gedränge stehen ruhigere Alternativen.)
Die Stadtbusse sind in Kyoto berüchtigt voll, besonders auf den Linien zu den großen Tempeln. Viele Ziele in Higashiyama erreichst du zu Fuß, und für längere Strecken ist die U-Bahn oft schneller und angenehmer. Das spart nicht unbedingt Geld, aber Zeit und Nerven.
Rechne die Übernachtungssteuer gleich bei der Buchung mit ein, damit dich beim Check-in keine Überraschung erwartet:
Und leg für Kyoto etwas Bargeld in Yen zur Seite, falls deine Unterkunft die Steuer vor Ort kassiert.
Beitrag teilenKennst du jemanden, der gerade eine Japanreise plant?
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