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Immer mehr Orte in Japan verlangen eine Übernachtungssteuer (shukuhakuzei). Lange waren es nur eine Handvoll Städte, 2026 sind unter anderem Hokkaido, Hiroshima, Miyagi und Kumamoto dazugekommen, und Kyoto hat seine Sätze im März kräftig erhöht.
Für die meisten Reisenden geht es dabei um ein paar hundert Yen pro Nacht. Weil die Steuer aber pro Person und Nacht anfällt und jeder Ort eigene Regeln hat, kommt bei einer Rundreise trotzdem ein Betrag zusammen, den man im Budget einplanen sollte. Die Steuersätze stammen, wo verfügbar, direkt von den Städten und Präfekturen, die Links stehen unten bei den Quellen.
Alle Beträge gelten pro Person und Nacht. Maßgeblich ist der Übernachtungspreis pro Person, also der Zimmerpreis geteilt durch die Zahl der Gäste. In den meisten Orten wird dabei nur der reine Übernachtungspreis gerechnet, ohne Essen und ohne Konsumsteuer.
| Ort | Steuer pro Person und Nacht | Steuerfrei unter | Seit |
|---|---|---|---|
| Tokyo | 100 Yen ab 10.000 Yen, 200 Yen ab 15.000 Yen | 10.000 Yen | 2002 |
| Osaka (Präfektur) | 200 Yen ab 5.000 Yen, 400 Yen ab 15.000 Yen, 500 Yen ab 20.000 Yen | 5.000 Yen | Sätze seit 1.9.2025 |
| Kyoto (Stadt) | 200 Yen unter 6.000 Yen, 400 Yen ab 6.000 Yen, 1.000 Yen ab 20.000 Yen, 4.000 Yen ab 50.000 Yen, 10.000 Yen ab 100.000 Yen | keine Freigrenze | Sätze seit 1.3.2026 |
| Kanazawa | 200 Yen ab 5.000 Yen, 500 Yen ab 20.000 Yen | 5.000 Yen | Sätze seit 1.10.2024 |
| Hiroshima (Präfektur) | 200 Yen ab 6.000 Yen | 6.000 Yen | 1.4.2026 |
| Fukuoka (Stadt) | 200 Yen unter 20.000 Yen, 500 Yen ab 20.000 Yen | keine Freigrenze | 2020 |
| Nagasaki (Stadt) | 100 Yen unter 10.000 Yen, 200 Yen ab 10.000 Yen, 500 Yen ab 20.000 Yen | keine Freigrenze | 2023 |
| Sapporo | 300 Yen unter 20.000 Yen, 400 Yen ab 20.000 Yen, 1.000 Yen ab 50.000 Yen | keine Freigrenze | 1.4.2026 |
| Restliches Hokkaido | 100 Yen unter 20.000 Yen, 200 Yen ab 20.000 Yen, 500 Yen ab 50.000 Yen, dazu teils eine Gemeindesteuer | keine Freigrenze | 1.4.2026 |
| Miyagi (inkl. Sendai) | 300 Yen ab 6.000 Yen | 6.000 Yen | 13.1.2026 |
In Fukuoka, Sapporo und Sendai sind das jeweils die Gesamtbeträge, in denen der Anteil der Stadt und der Präfektur zusammengerechnet ist. Laut einer Branchenübersicht verlangen außerdem unter anderem Kitakyūshū, Kumamoto (seit Juli 2026), Takayama, Atami und Niseko eine Übernachtungssteuer. Die Beträge dort liegen meist bei 100 bis 300 Yen für normale Hotels.
Tokyo hat die Steuer seit 2002 kaum verändert, ab dem 1. April 2027 gilt aber ein neues System. Statt fixer Beträge zahlt man dann 3 Prozent des Übernachtungspreises pro Person, gleichzeitig steigt die Freigrenze von 10.000 auf 13.000 Yen. Ein Beispiel: Bei 15.000 Yen pro Person und Nacht sind es künftig 450 Yen statt bisher 200 Yen. Bei teuren Hotels wird der Unterschied deutlich größer, weil es keine Obergrenze gibt.
Kyoto ist mit Abstand am teuersten, allerdings vor allem für Gäste in Luxushotels. Im Mittelklassehotel zahlt man 400 Yen pro Person und Nacht, in einem guten Ryokan ab 20.000 Yen pro Person bereits 1.000 Yen. Alle Stufen, Rechenbeispiele und Spartipps stehen in meinem eigenen Beitrag zur Übernachtungssteuer in Kyoto.
Zwei Personen, Doppelzimmer, Mittelklasse, Reise im Herbst 2026. Die Zimmerpreise sind Beispielwerte:
| Ort | Nächte | Zimmer pro Nacht | pro Person | Steuer pro Person und Nacht | Steuer für beide |
|---|---|---|---|---|---|
| Tokyo | 5 | 30.000 Yen | 15.000 Yen | 200 Yen | 2.000 Yen |
| Kyoto | 4 | 30.000 Yen | 15.000 Yen | 400 Yen | 3.200 Yen |
| Hiroshima | 1 | 20.000 Yen | 10.000 Yen | 200 Yen | 400 Yen |
| Osaka | 3 | 24.000 Yen | 12.000 Yen | 200 Yen | 1.200 Yen |
| Summe | 13 | 6.800 Yen |
Für zwei Personen sind das insgesamt 6.800 Yen Übernachtungssteuer für 13 Nächte, dazu kommen 6.000 Yen Ausreisesteuer (3.000 Yen pro Person). Gemessen am gesamten Reisebudget ist das wenig. Bei einer Reise mit Ryokan in Kyoto oder Luxushotels sieht die Rechnung allerdings ganz anders aus.
Badesteuer (nyūtōzei): In Onsen-Orten zahlt man in Unterkünften mit heißen Quellen zusätzlich eine Badesteuer, meist 150 Yen pro Person und Tag. Sie wird oft gemeinsam mit der Übernachtungssteuer verlangt, in manchen Orten in Hokkaido fallen deshalb gleich drei Abgaben an.
Ausreisesteuer: Die internationale Touristensteuer (kokusai kankō ryokyakuzei) ist am 1. Juli 2026 von 1.000 auf 3.000 Yen pro Person gestiegen. Sie ist normalerweise schon im Flugpreis enthalten, man muss sie also nicht extra bezahlen, sollte sie aber kennen.
Miyajima: Wer die Insel vor Hiroshima besucht, zahlt eine Besuchersteuer von 100 Yen pro Person, unabhängig davon, ob man dort übernachtet.
Die Liste wird weiter wachsen. Neben Tokyo ändern sich 2027 laut Branchenberichten unter anderem diese Orte:
Die Termine für Okinawa und den Fuji sind noch als geplant gekennzeichnet. Ich aktualisiere den Beitrag, sobald sie fix sind.
Wenn du deine Japanreise für das Frühjahr 2027 planst, rechne für Tokyo schon mit den neuen 3 Prozent, denn die gelten ab der ersten Aprilnacht, also mitten in der Kirschblütenzeit. Was du bei der Planung für die Kirschblüte sonst noch beachten solltest, steht im Beitrag Kirschblüte 2027 planen.
Beitrag teilenKennst du jemanden, der gerade eine Japanreise plant?
In der Broschüre „Japan, Ort für Ort“ steht zu jedem Ort in Tokyo, Kyoto und elf weiteren Regionen, was der Eintritt kostet und wann er offen hat. Und welche Orte gar nichts kosten, damit für die Bettensteuer noch etwas übrig bleibt.
222 Seiten als PDF. Bezahlt wird bei Payhip, den Download-Link bekommst du gleich danach.