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Traditionen

Uzumasa Kyoto Village: eine Zeitreise ins Kyoto der Samurai

Von Pia · Stand: Oktober 2026

Zwei Schauspieler in Kimono und Hakama mit Samurai-Frisur ringen um ein Schwert, dahinter dunkle Holzhäuser im Edo-Stil
Samurai-Szenen wie diese sind seit Jahrzehnten das Kerngeschäft von Uzumasa.

Im Westen Kyotos, im Stadtteil Uzumasa, wird seit Jahrzehnten Japans Vergangenheit gedreht. Hier stehen die Studios von Toei, in denen unzählige Samurai-Filme und historische Fernsehserien entstanden sind, und gleich daneben liegt ein Filmdorf, in dem man durch die Kulissen spazieren kann.

Bisher hieß es Toei Kyoto Studio Park (auf Japanisch Tōei Uzumasa Eigamura). Seit dem 28. März 2026 heißt es Uzumasa Kyoto Village, und mit dem Namen hat sich auch das Konzept geändert.

Das ist neu

Zum 50-jährigen Bestehen hat der Betreiber den Park umgebaut. Das Motto lautet sinngemäß: „Verlauf dich im Kyoto der Edo-Zeit.“ Aus einem Studio-Park mit Fahrgeschäften und Shows soll ein Ort werden, an dem man in eine andere Zeit eintaucht, und zwar ausdrücklich auch für Erwachsene. Die Zielgruppe sind vor allem Menschen zwischen 20 und 40.

Blick durch ein dunkles Holztor mit zwei weißen Papierlaternen auf eine Gasse mit roten Gitterfassaden, Vorhängen und einer roten Steinlaterne
Durch das Tor in die Kulissen: Gassen wie in einem Vergnügungsviertel der Edo-Zeit.

Ein Drama, das im ganzen Dorf spielt. Das Herzstück ist eine Live-Show, bei der das gesamte Dorf zur Bühne wird. Die Geschichte spielt im Kyoto des Jahres 1864, Schauspieler ziehen durch die Straßen, und die Besucher sind mittendrin als Stadtbewohner und Zeugen. Man sammelt Hinweise, gibt sie an zwei Polizisten der Shinsengumi weiter, und am Ende gibt es ein großes Finale mit Schwertkampf. Die Show im Frühling hieß „Brautzug beim Kirschblütenfest“, die Geschichten wechseln mit den Jahreszeiten.

Bis 21 Uhr geöffnet. Früher war um 17 Uhr Schluss. Jetzt bleibt das Dorf bis 21 Uhr offen, und am Abend wird es mit Laternen beleuchtet. Eine Besucherin von Japan Guide beschreibt genau diese Abendstunden als den schönsten Teil, weil dann weniger los ist und die Gassen im Laternenlicht eine ganz eigene Stimmung bekommen.

Bereiche nur für Erwachsene. Am Abend öffnen zwei Angebote, die erst ab 18 Jahren zugänglich sind: ein Würfelspiel im Stil der Edo-Zeit (gespielt wird natürlich ohne echtes Geld) und ein „Folterhaus“, das an die Verhörmethoden der damaligen Zeit erinnert. Wer mit Kindern unterwegs ist, muss diese Ecken auslassen, der Rest des Dorfs bleibt familientauglich.

Kultur zum Mitmachen. In den Edo-Straßen gibt es Teezeremonie, Blumenstecken (Ikebana), Bogenschießen und Nō-Theater zum Ausprobieren. Dazu kommen eine Samurai-Schule, ein Museum mit Filmrequisiten und die bekannten Ninja-Angebote, und wer mag, kann sich als Samurai oder Geisha verkleiden. Für einige dieser Erlebnisse zahlt man extra, und manche gibt es nur tagsüber.

Zehn neue Lokale. Für das leibliche Wohl sorgen zehn Restaurants und Imbisse mit Kyoto-Küche, von traditionsreichen Häusern bis zu jüngeren Läden. Tagsüber bilden sich laut Japan Guide an manchen davon lange Schlangen.

Breite Kulissenstraße mit zweistöckigen Holz- und Lehmhäusern, Ladenschildern und Stoffbannern, dazwischen Besucher mit Kameras
Die Straßen im Filmdorf sind echte Drehkulissen.

Noch nicht fertig

Was jetzt geöffnet hat, ist erst die erste Bauphase. Für den Frühling 2027 sind fünf weitere Lokale und Geschäfte sowie ein Viertel im Stil der früheren Vergnügungsviertel angekündigt. 2028 soll ein Theater nach historischem Vorbild dazukommen, später noch ein Badehaus. Das Uzumasa Kyoto Village wird sich also in den nächsten Jahren noch deutlich verändern.

Ehrlich gesagt: der Haken mit der Sprache

So spannend das Konzept klingt, für Besucher ohne Japanischkenntnisse hat es einen klaren Nachteil. Das Live-Drama lebt von Gesprächen, Hinweisen und Dialogen auf Japanisch. Wer nichts versteht, bekommt zwar die Kostüme, die Atmosphäre und den Schwertkampf am Ende mit, aber nicht die Geschichte. Japan Guide schreibt dazu, dass man ohne Japanisch wohl nicht alles mitbekommt, Atmosphäre und Aktion aber auch ohne Sprachkenntnisse Spaß machen. Das trifft es meiner Einschätzung nach ganz gut: Hingehen kann man trotzdem, man sollte nur wissen, worauf man sich einlässt.

Eintritt und Öffnungszeiten

Erwachsene (ab Mittelschule)Kinder (3 Jahre bis Volksschule)
Tagesticket, 10 bis 21 Uhr2.800 Yen1.600 Yen
Abendticket, 17 bis 21 Uhr2.000 Yen1.300 Yen

Unter drei Jahren ist der Eintritt frei. Die Preise gelten laut offizieller Seite bis zur zweiten Bauphase im Frühling 2027 und können je nach Datum abweichen. Extra kosten der Attraktionen-Pass für vier Fahrgeschäfte und Shows (1.500 Yen) und die Kulturerlebnisse (je 2.700 Yen).

Geöffnet
10:00 bis 21:00, letzter Einlass eine Stunde vor Schluss; manche Bereiche schließen schon um 18 Uhr
Ruhetage
laut Asoview meist dienstags, aber nicht im März, April und November und nicht an Feiertagen; vor dem Besuch den Kalender auf der offiziellen Seite prüfen
Adresse
〒616-8586 京都府京都市右京区太秦東蜂岡町10
Offiziell
eigamura.com

Mein Tipp: Wenn du hauptsächlich die Stimmung erleben willst, ist das Abendticket die günstigere und vermutlich auch schönere Wahl. Für das Drama und die Kulturerlebnisse lohnt sich eher ein ganzer Nachmittag, weil manches nur tagsüber stattfindet.

Anfahrt

Das Filmdorf hat zwei Eingänge. Zum Haupteingang gehst du ab der Station Uzumasa-Kōryūji der Randen-Bahn 5 Minuten, ab dem JR-Bahnhof Hanazono 13 Minuten und ab der U-Bahn-Station Uzumasa-Tenjingawa 14 Minuten. Der Eingang beim Studio liegt 2 Minuten von der Randen-Station Satsueijomae und 5 Minuten vom JR-Bahnhof Uzumasa entfernt, über ihn kommt man aber nur bis 17 Uhr hinein.

Ab dem Bahnhof Kyoto braucht man etwa 25 bis 30 Minuten. Praktisch ist die Lage für alle, die ohnehin nach Arashiyama wollen: Die Randen-Bahn verbindet Uzumasa direkt mit Arashiyama, das lässt sich gut an einem Tag kombinieren. (Falls dir der Bambusweg dort zu voll ist, findest du in meinem Beitrag Bambuswald ohne Gedränge ruhigere Alternativen.)

Frau in rotem Kimono mit türkisem Obi und Fuchsschwanz von hinten auf einer leeren Kulissenstraße unter blauem Himmel
Wer will, verkleidet sich und spaziert in Edo-Kleidung durchs Dorf.

Für wen sich das Uzumasa Kyoto Village lohnt

Es lohnt sich, wenn du historische Filme, Samurai und Ninja magst, gern in eine Kulisse eintauchst und Kyoto auch mal anders als über Tempel erleben willst. Für Familien ist das Dorf tagsüber weiterhin gut geeignet, und wer etwas Japanisch kann, hat vom Live-Drama deutlich mehr.

Es lohnt sich eher nicht, wenn du nur wenige Tage in Kyoto hast und die großen Tempel noch nicht gesehen hast. Dann würde ich die Zeit lieber dort investieren. Und wer eine Achterbahn oder große Fahrgeschäfte erwartet, ist hier falsch.

Plan für den Besuch am besten einen Nachmittag ein und bleib bis in den Abend, wenn die Laternen angehen. Und schau vorher auf der offiziellen Seite nach, welches Drama gerade läuft und welche Erlebnisse an deinem Tag stattfinden.

Quellen

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