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Lange konnte man den Fuji einfach so hinaufgehen: Bus zur 5. Station, loslaufen, fertig. Das hat sich in den letzten Jahren deutlich geändert. Weil sich im Sommer zu viele Menschen auf den Wegen drängten und immer wieder Leute unvorbereitet und mitten in der Nacht ohne Pause zum Gipfel stürmten, haben die beiden Präfekturen rund um den Berg Gebühren, Sperrzeiten und eine Registrierung eingeführt.
Wer 2027 auf den Fuji will, sollte diese Regeln kennen, bevor er Flug und Hotel bucht. Die Regeln stammen von den Präfekturen Yamanashi und Shizuoka, die Links stehen unten bei den Quellen.
Wichtig vorweg: Die Regeln für die Saison 2027 sind noch nicht veröffentlicht. 2026 wurden die Details zwischen Ende April und Mitte Mai bekanntgegeben. Dieser Beitrag beschreibt die Regeln der Saison 2026, die als Grundlage für die Planung dienen, und wird aktualisiert, sobald die neuen feststehen.
Auf den Fuji führen vier Routen, die jeweils an einer eigenen 5. Station beginnen. Die Yoshida-Route liegt in der Präfektur Yamanashi, die anderen drei in der Präfektur Shizuoka. Weil die beiden Präfekturen ihre Regeln selbst festlegen, unterscheiden sie sich in ein paar Details.
| Route | Präfektur | Saison 2026 |
|---|---|---|
| Yoshida | Yamanashi | 1. Juli bis 10. September |
| Subashiri | Shizuoka | 1. Juli bis 10. September |
| Fujinomiya | Shizuoka | 10. Juli bis 10. September |
| Gotemba | Shizuoka | 10. Juli bis 10. September |
Die Subashiri-Route hat 2026 erstmals schon am 1. Juli geöffnet, vorher war es der 10. Juli. Der Start kann sich bei Restschnee oder schlechtem Wetter verschieben.
Die Gebühr beträgt auf allen vier Routen 4.000 Yen pro Person und Besteigung. Bezahlt und registriert wird je nach Seite unterschiedlich:
Yoshida-Route (Yamanashi): Man kann vorab über das Reservierungssystem der Präfektur Yamanashi buchen und mit Kreditkarte zahlen. Den Link findest du auf dem offiziellen Portal fujisan-climb.jp, die Seite gibt es auch auf Englisch. Pflicht war die Vorab-Reservierung 2026 nicht, man konnte auch am Tag selbst an der 5. Station bar bezahlen. Weil an Spitzentagen aber das Tageslimit greifen kann, ist die Reservierung meiner Meinung nach die sicherere Wahl. Wer vorab reserviert, bekommt außerdem eine kleine Holzplakette als Andenken, solange der Vorrat reicht.
Subashiri, Fujinomiya und Gotemba (Shizuoka): Hier läuft alles über das System „Shizuoka FUJI NAVI“, als Website oder App. Vor der Ausstellung des Tickets muss man ein kurzes Online-Lernprogramm zu Regeln und Sicherheit am Berg absolvieren. Das Ticket zeigt man an der 5. Station vor. Wer kein Smartphone hat, kann alles auch direkt vor Ort erledigen, sollte laut Präfektur aber etwa 30 Minuten einplanen, in der Hochsaison eher mehr. 2026 war die Registrierung ab dem 8. Mai möglich.
Auf allen vier Routen gilt: Zwischen 14:00 Uhr und 3:00 Uhr früh darf man nur von der 5. Station aus aufsteigen, wenn man eine Übernachtung in einer Berghütte gebucht hat. Am Eingang wird das kontrolliert. Damit wollen die Präfekturen das sogenannte „Bullet Climbing“ stoppen, also das Durchlaufen bis zum Gipfel in einer Nacht ohne Schlaf und ohne Höhenanpassung, das immer wieder zu Unfällen geführt hat.
Auf der Yoshida-Route kommt ein Tageslimit von 4.000 Personen dazu. Gäste mit Hüttenreservierung zählen dabei nicht mit. Für die drei Shizuoka-Routen gab es 2026 kein Tageslimit.
Auf der Yoshida-Route wird an der 5. Station kontrolliert, ob man richtig ausgerüstet ist. Laut Präfektur Yamanashi gehören dazu warme Kleidung, Regenkleidung als Jacke und Hose und passende Bergschuhe. Wer das nicht dabeihat, kommt nicht durch das Tor. Ganz ehrlich: Das ist auch gut so, denn auf 3.776 Metern kann es selbst im August nachts empfindlich kalt werden, und das Wetter schlägt am Fuji schnell um. Trotzdem berichten japanische Medien jedes Jahr von Bergsteigern, die in Sandalen unterwegs sind.
Unerfahrene Bergsteiger bittet die Präfektur außerdem, mit einem Bergführer oder einer erfahrenen Begleitung zu gehen. Das ist eine Bitte, keine Pflicht.
Die Straße zur 5. Station der Yoshida-Route, die Fuji Subaru Line, ist im Sommer für Privatautos gesperrt. 2026 galt die Sperre vom 3. Juli um 18 Uhr bis 10. September um 18 Uhr. Wer mit dem Mietauto kommt, parkt am Fujisan Parking in Fujiyoshida und fährt mit dem Shuttlebus hinauf. Hin und zurück kostete das 2026 für Erwachsene 3.400 Yen, das Ticket gilt zwei Tage.
Achtung: Busse, die nach 13:30 Uhr abfahren, kommen laut Präfektur nicht rechtzeitig vor der Sperrzeit um 14 Uhr an der 5. Station an. Ohne Hüttenreservierung musst du also früher los. Viele Reisende kommen ohnehin mit dem Direktbus aus Tokyo oder Kawaguchiko, die Fahrpläne dafür schwanken aber je nach Saison.
Von Mitte September bis Ende Juni sind die Wege gesperrt, in Yamanashi offiziell als Durchgangsverbot. Die Präfektur bittet ausdrücklich darum, in dieser Zeit nicht auf den Berg zu gehen. Trotzdem müssen jedes Jahr Menschen aus Schnee und Eis gerettet werden, und die Kosten trägt bisher die öffentliche Hand.
Das könnte sich ändern. Laut einem Bericht vom September 2026 plant Yamanashi, ab September 2027 für Hubschrauberrettungen außerhalb der Saison Geld zu verlangen. Ein Betrag steht noch nicht fest. Auch Shizuoka hat dazu im Juni 2026 eine Arbeitsgruppe eingesetzt.
Ob sich 2027 etwas an Gebühr, Tageslimit oder Sperrzeiten ändert, ist noch offen, angekündigt ist bisher nichts. Die verbindlichen Regeln findest du ab dem Frühjahr auf dem offiziellen Portal fujisan-climb.jp und auf den Seiten der beiden Präfekturen. Wenn du schon jetzt planst, rechne mit den Regeln von 2026 und lass bei Zeit und Budget etwas Spielraum.
Wenn es dir beim Fuji vor allem um den Anblick geht und weniger um den Gipfel, ist die Gegend um den Kawaguchiko-See oft die bessere Wahl. Von dort hat man an klaren Tagen den klassischen Blick auf den Berg, ganz ohne Gebühr, Hüttenreservierung und Höhenluft.
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