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Fuji besteigen 2027: Permits, Gebühren und Tageslimit im Überblick

Von Pia · Stand: 24. Oktober 2026

Eine lange Reihe von Bergsteigern mit bunten Jacken und Stöcken auf einem Schotterweg am dunklen Vulkanhang, rechts ein Meer aus Wolken
Hoch über den Wolken: Im Juli und August ist auf den Wegen zum Gipfel viel los.

Lange konnte man den Fuji einfach so hinaufgehen: Bus zur 5. Station, loslaufen, fertig. Das hat sich in den letzten Jahren deutlich geändert. Weil sich im Sommer zu viele Menschen auf den Wegen drängten und immer wieder Leute unvorbereitet und mitten in der Nacht ohne Pause zum Gipfel stürmten, haben die beiden Präfekturen rund um den Berg Gebühren, Sperrzeiten und eine Registrierung eingeführt.

Wer 2027 auf den Fuji will, sollte diese Regeln kennen, bevor er Flug und Hotel bucht. Die Regeln stammen von den Präfekturen Yamanashi und Shizuoka, die Links stehen unten bei den Quellen.

Wichtig vorweg: Die Regeln für die Saison 2027 sind noch nicht veröffentlicht. 2026 wurden die Details zwischen Ende April und Mitte Mai bekanntgegeben. Dieser Beitrag beschreibt die Regeln der Saison 2026, die als Grundlage für die Planung dienen, und wird aktualisiert, sobald die neuen feststehen.

Das Wichtigste in Kürze

Die Saison und die vier Routen

Auf den Fuji führen vier Routen, die jeweils an einer eigenen 5. Station beginnen. Die Yoshida-Route liegt in der Präfektur Yamanashi, die anderen drei in der Präfektur Shizuoka. Weil die beiden Präfekturen ihre Regeln selbst festlegen, unterscheiden sie sich in ein paar Details.

RoutePräfekturSaison 2026
YoshidaYamanashi1. Juli bis 10. September
SubashiriShizuoka1. Juli bis 10. September
FujinomiyaShizuoka10. Juli bis 10. September
GotembaShizuoka10. Juli bis 10. September

Die Subashiri-Route hat 2026 erstmals schon am 1. Juli geöffnet, vorher war es der 10. Juli. Der Start kann sich bei Restschnee oder schlechtem Wetter verschieben.

Gebühr und Registrierung

Die Gebühr beträgt auf allen vier Routen 4.000 Yen pro Person und Besteigung. Bezahlt und registriert wird je nach Seite unterschiedlich:

Yoshida-Route (Yamanashi): Man kann vorab über das Reservierungssystem der Präfektur Yamanashi buchen und mit Kreditkarte zahlen. Den Link findest du auf dem offiziellen Portal fujisan-climb.jp, die Seite gibt es auch auf Englisch. Pflicht war die Vorab-Reservierung 2026 nicht, man konnte auch am Tag selbst an der 5. Station bar bezahlen. Weil an Spitzentagen aber das Tageslimit greifen kann, ist die Reservierung meiner Meinung nach die sicherere Wahl. Wer vorab reserviert, bekommt außerdem eine kleine Holzplakette als Andenken, solange der Vorrat reicht.

Subashiri, Fujinomiya und Gotemba (Shizuoka): Hier läuft alles über das System „Shizuoka FUJI NAVI“, als Website oder App. Vor der Ausstellung des Tickets muss man ein kurzes Online-Lernprogramm zu Regeln und Sicherheit am Berg absolvieren. Das Ticket zeigt man an der 5. Station vor. Wer kein Smartphone hat, kann alles auch direkt vor Ort erledigen, sollte laut Präfektur aber etwa 30 Minuten einplanen, in der Hochsaison eher mehr. 2026 war die Registrierung ab dem 8. Mai möglich.

Eine rote Pagode im Vordergrund, dahinter eine Stadt und der Fuji im Sommer ganz ohne Schnee
Die Chūreitō-Pagode in Fujiyoshida im Sommer. So schneefrei sieht der Fuji in der Klettersaison meist aus.

Sperrzeit und Tageslimit

Auf allen vier Routen gilt: Zwischen 14:00 Uhr und 3:00 Uhr früh darf man nur von der 5. Station aus aufsteigen, wenn man eine Übernachtung in einer Berghütte gebucht hat. Am Eingang wird das kontrolliert. Damit wollen die Präfekturen das sogenannte „Bullet Climbing“ stoppen, also das Durchlaufen bis zum Gipfel in einer Nacht ohne Schlaf und ohne Höhenanpassung, das immer wieder zu Unfällen geführt hat.

Auf der Yoshida-Route kommt ein Tageslimit von 4.000 Personen dazu. Gäste mit Hüttenreservierung zählen dabei nicht mit. Für die drei Shizuoka-Routen gab es 2026 kein Tageslimit.

Ausrüstungskontrolle am Yoshida-Trail

Auf der Yoshida-Route wird an der 5. Station kontrolliert, ob man richtig ausgerüstet ist. Laut Präfektur Yamanashi gehören dazu warme Kleidung, Regenkleidung als Jacke und Hose und passende Bergschuhe. Wer das nicht dabeihat, kommt nicht durch das Tor. Ganz ehrlich: Das ist auch gut so, denn auf 3.776 Metern kann es selbst im August nachts empfindlich kalt werden, und das Wetter schlägt am Fuji schnell um. Trotzdem berichten japanische Medien jedes Jahr von Bergsteigern, die in Sandalen unterwegs sind.

Unerfahrene Bergsteiger bittet die Präfektur außerdem, mit einem Bergführer oder einer erfahrenen Begleitung zu gehen. Das ist eine Bitte, keine Pflicht.

Anreise zur 5. Station am Yoshida-Trail

Die Straße zur 5. Station der Yoshida-Route, die Fuji Subaru Line, ist im Sommer für Privatautos gesperrt. 2026 galt die Sperre vom 3. Juli um 18 Uhr bis 10. September um 18 Uhr. Wer mit dem Mietauto kommt, parkt am Fujisan Parking in Fujiyoshida und fährt mit dem Shuttlebus hinauf. Hin und zurück kostete das 2026 für Erwachsene 3.400 Yen, das Ticket gilt zwei Tage.

Achtung: Busse, die nach 13:30 Uhr abfahren, kommen laut Präfektur nicht rechtzeitig vor der Sperrzeit um 14 Uhr an der 5. Station an. Ohne Hüttenreservierung musst du also früher los. Viele Reisende kommen ohnehin mit dem Direktbus aus Tokyo oder Kawaguchiko, die Fahrpläne dafür schwanken aber je nach Saison.

Außerhalb der Saison

Von Mitte September bis Ende Juni sind die Wege gesperrt, in Yamanashi offiziell als Durchgangsverbot. Die Präfektur bittet ausdrücklich darum, in dieser Zeit nicht auf den Berg zu gehen. Trotzdem müssen jedes Jahr Menschen aus Schnee und Eis gerettet werden, und die Kosten trägt bisher die öffentliche Hand.

Das könnte sich ändern. Laut einem Bericht vom September 2026 plant Yamanashi, ab September 2027 für Hubschrauberrettungen außerhalb der Saison Geld zu verlangen. Ein Betrag steht noch nicht fest. Auch Shizuoka hat dazu im Juni 2026 eine Arbeitsgruppe eingesetzt.

Ausblick auf 2027

Ob sich 2027 etwas an Gebühr, Tageslimit oder Sperrzeiten ändert, ist noch offen, angekündigt ist bisher nichts. Die verbindlichen Regeln findest du ab dem Frühjahr auf dem offiziellen Portal fujisan-climb.jp und auf den Seiten der beiden Präfekturen. Wenn du schon jetzt planst, rechne mit den Regeln von 2026 und lass bei Zeit und Budget etwas Spielraum.

Eine flache Berghütte aus Holz und Wellblech am Gipfel, davor Bergsteiger in Funktionsjacken, im Hintergrund ein Weg auf einen Kraterhügel
Eine Hütte am Gipfel: Getränke, Snacks und eine Pause, bevor es wieder hinuntergeht.

Tipps für die Planung

  1. Die Berghütte zuerst buchen. Wer den Sonnenaufgang am Gipfel sehen will (in Japan goraikō genannt), übernachtet am besten in einer Hütte. Damit bist du auch von der Sperrzeit und dem Tageslimit ausgenommen. An Wochenenden und in der Obon-Woche Mitte August sind die Hütten schnell voll.
  2. Einen Puffertag einplanen. Bei Sturm oder starkem Regen ist die Besteigung kein Vergnügen und manchmal gar nicht möglich. Leg den Fuji nicht auf den letzten Tag vor dem Rückflug.
  3. Rechtzeitig registrieren. Für die Yoshida-Route vorab reservieren, für die Shizuoka-Routen das Lernprogramm schon zu Hause erledigen.
  4. Die Höhe ernst nehmen. Langsam gehen, Pausen machen und an der 5. Station eine Weile bleiben, bevor man aufbricht, damit sich der Körper an die Höhe gewöhnt.
  5. Bargeld mitnehmen. Die Gebühr kann man an der 5. Station bar zahlen, und auch die Hütten verkaufen Getränke, Essen und die Toilettenbenutzung oft nur gegen Bargeld. (Das habe ich nicht für jede Hütte geprüft, ein paar tausend Yen in kleinen Scheinen und Münzen schaden aber sicher nicht.)

Tipp zum Schluss

Wenn es dir beim Fuji vor allem um den Anblick geht und weniger um den Gipfel, ist die Gegend um den Kawaguchiko-See oft die bessere Wahl. Von dort hat man an klaren Tagen den klassischen Blick auf den Berg, ganz ohne Gebühr, Hüttenreservierung und Höhenluft.

Der Fuji mit Schneekappe über einem See in der Abendsonne, im Vordergrund leuchtend rote Ahornblätter
Für den klassischen Fuji-Blick braucht man keinen Gipfel.

Quellen

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