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Herbst

Herbstlaub in Japan: 9 Orte von Hokkaido bis Kyushu

Von Pia · Stand: Oktober 2026

Rotes Ahornlaub im Vordergrund, dahinter der schneebedeckte Fuji über dem Kawaguchi-See mit einer langen Brücke
Ahorn am Kawaguchi-See, dahinter der Fuji.

Kōyō, das Herbstlaub, ist in Japan beinahe so ein Ereignis wie die Kirschblüte. Es gibt tägliche Meldungen zum Stand der Färbung, Beleuchtungen am Abend und Ausflugsziele, die an Herbstwochenenden schlicht überrannt werden. Der große Vorteil gegenüber der Kirschblüte: Die Saison dauert viel länger. Weil die Farbe von Norden nach Süden und von den Bergen ins Tal wandert, findet man irgendwo in Japan von Ende September bis in den Dezember hinein rote und gelbe Blätter.

Wann es 2026 wo so weit ist und welche Tempel in Kyoto sich lohnen, steht in meinem Beitrag Herbstlaub in Japan 2026: wann und wo. Hier geht es um die Orte außerhalb von Kyoto: 9 Ziele quer durchs Land, sortiert von Norden nach Süden und damit auch ungefähr in der Reihenfolge, in der sie sich färben.

Die Orte im Überblick

Die Zeiten sind die Werte, die in normalen Jahren gelten. 2026 wird es laut Prognose eher später, deshalb lohnt sich vor der Fahrt ein Blick auf den aktuellen Stand.

OrtRegionÜbliche HauptzeitKosten
JōzankeiHokkaido, bei SapporoAnfang bis Mitte Oktoberkostenlos
Oirase-SchluchtAomoriMitte Oktober bis Anfang Novemberkostenlos
Momiji-Korridor am Kawaguchi-Seeam FujiEnde Oktober bis Mitte Novemberkostenlos
Ginkgo-Allee Jingū GaienTokyoMitte November bis Anfang Dezemberkostenlos
Kōrankeibei NagoyaMitte bis Ende Novemberkostenlos
Minoo-Parkbei OsakaMitte November bis Anfang Dezemberkostenlos
KankakeiShōdoshimaAnfang bis Ende NovemberSeilbahn 2.700 Yen
Momijidani-ParkMiyajimaMitte November bis Anfang Dezemberkostenlos
FukayabakeiŌita, KyūshūMitte bis Ende Novemberkostenlos

Hokkaido und Tohoku: der früheste Herbst

1. Jōzankei: Herbstlaub und Onsen bei Sapporo

Jōzankei ist ein Onsen-Ort in den Bergen südwestlich von Sapporo und liegt bereits im Shikotsu-Tōya-Nationalpark. Hier färbt sich das Laub so früh wie kaum sonst wo in Japan, erste Farben gibt es oft schon Ende September. Gefärbt wird es von Ahorn, Ebereschen, Eichen und Birken, also nicht nur rot, sondern in vielen Gelb- und Orangetönen. Am schönsten ist der Blick von den Brücken über den Fluss, etwa der Futami-Hängebrücke. Und weil man in einem Onsen-Ort ist, gehört ein heißes Bad danach eigentlich dazu.

Flusstal mit gelb und orange gefärbten Bäumen, dazwischen Hotels und Häuser des Onsen-Orts Jōzankei, im Hintergrund bewaldete Berge
Jōzankei bei Sapporo, hier beginnt die Saison meist schon im Oktober.
Lage
Minami-ku, Sapporo
Hauptzeit
meist Anfang bis Mitte Oktober
Hinkommen
ab Sapporo (Haltestelle beim Hokuren-Gebäude nahe dem Bahnhof) oder ab der U-Bahn-Station Makomanai mit dem Jōtetsu-Bus Richtung Jōzankei Onsen bis Yunomachi
Kostet
kostenlos
Offiziell
jozankei.jp

2. Oirase-Schlucht: 14 Kilometer Wasser und Wald

Die Oirase-Schlucht in der Präfektur Aomori ist ein rund 14 Kilometer langer Flusslauf vom Towada-See abwärts, mit Wasserfällen, Stromschnellen und einem Wanderweg direkt am Wasser. Buchen, Ahorn, Rosskastanien und Katsurabäume färben sich hier gemeinsam, und genau diese Mischung aus Grün, Gelb und Rot über dem Wasser macht die Schlucht zu einem der bekanntesten Herbstziele im Norden.

Der Haken ist die Lage: Ab Aomori oder Hachinohe ist man mit dem Bus gut zwei bis knapp drei Stunden unterwegs. Für einen Tagesausflug ist das lang, eine Nacht am Towada-See oder in der Umgebung ist entspannter. Du musst übrigens nicht die ganze Strecke gehen, die Busse halten an mehreren Stellen entlang der Schlucht.

Lage
Towada, Präfektur Aomori
Hauptzeit
meist Mitte Oktober bis Anfang November
Hinkommen
Bus ab JR-Bahnhof Aomori (etwa 140 Minuten bis Oirase Keiryūkan) oder ab JR-Bahnhof Hachinohe (etwa 96 Minuten)
Kostet
kostenlos
Offiziell
eco-oirase.com

Rund um Tokyo

3. Momiji-Korridor am Kawaguchi-See: Ahorn mit Fuji-Blick

Am Nordufer des Kawaguchi-Sees steht entlang eines Baches eine lange Reihe alter Ahornbäume, der „Momiji-Korridor“. Jedes Jahr im November findet dort das Herbstlaub-Fest von Fujikawaguchiko statt, mit Ständen und abendlicher Beleuchtung bis 22 Uhr. 2025 lief das Fest den ganzen November, die Termine für 2026 waren bei Redaktionsschluss noch nicht veröffentlicht. An klaren Tagen hat man vom Seeufer aus den Fuji im Hintergrund, und genau dieses Motiv ist der Grund, warum es hier an Wochenenden sehr voll wird. Wer kann, kommt unter der Woche oder früh am Morgen.

Lage
Fujikawaguchiko, Präfektur Yamanashi
Hauptzeit
meist Ende Oktober bis Mitte November
Hinkommen
ab Bahnhof Kawaguchiko mit dem Retro-Bus etwa 20 Minuten bis zur Haltestelle Kubota Itchiku Museum
Kostet
kostenlos
Telefon
0555-72-3168 (Tourismusbüro Fujikawaguchiko)

4. Ginkgo-Allee Jingū Gaien: Gelb mitten in Tokyo

Nicht jedes Herbstlaub muss rot sein. Im Stadtteil Aoyama führt eine rund 300 Meter lange Allee aus Ginkgobäumen zum alten Galeriegebäude des Meiji-Schreins, und wenn sich die Bäume im November leuchtend gelb färben, ist das eines der bekanntesten Herbstmotive Tokyos. Ein Ausflug ist dafür nicht nötig, die Allee liegt wenige Minuten von mehreren U-Bahn-Stationen entfernt. Rechne aber an Wochenenden mit vielen Menschen, die alle dasselbe Foto machen wollen.

Allee aus leuchtend gelben Ginkgobäumen, darunter ein breiter Weg mit Spaziergängern, Sonnenlicht von oben
Ginkgos werden im Herbst nicht rot, sondern leuchtend gelb.
Lage
Kita-Aoyama, Tokyo
Hauptzeit
meist Mitte November bis Anfang Dezember
Hinkommen
ab den U-Bahn-Stationen Aoyama-itchōme, Gaienmae oder Kokuritsu-Kyōgijō etwa 5 Minuten zu Fuß
Kostet
kostenlos

Rund um Tokyo ist außerdem Nikkō eines der klassischen Herbstziele. Dazu steht mehr im Beitrag Herbstlaub in Japan 2026: wann und wo.

Zwischen Tokyo und Kyoto

5. Kōrankei: der Ahorn-Klassiker bei Nagoya

Kōrankei ist ein Tal am Fluss Tomoe in der Nähe der Stadt Toyota, und die Geschichte dazu reicht weit zurück: Um 1634 soll ein Mönch des Tempels Kōjaku-ji hier die ersten Ahornbäume und Zedern gepflanzt haben. Heute wachsen elf verschiedene Ahornarten im Tal, und rund um die rote Taigetsu-Brücke und durch einen Tunnel aus Ahorn wird es im November sehr bunt. Abends ist alles bis 21 Uhr beleuchtet.

Ehrlich gesagt ist Kōrankei an Herbstwochenenden ein Geduldsspiel. Laut Tourismusverband kann der Bus vom Bahnhof Jōsui an Spitzentagen über zwei Stunden brauchen. Wenn es irgendwie geht, fahr unter der Woche.

Zweige eines japanischen Ahorns mit roten und orangen Blättern vor unscharfem, rosa Hintergrund
Ahorn ist nicht gleich Ahorn: In Kōrankei wachsen elf verschiedene Arten.
Lage
Asuke, Toyota, Präfektur Aichi
Hauptzeit
meist Mitte bis Ende November
Hinkommen
ab Meitetsu-Bahnhof Jōsui mit dem Bus, an Spitzentagen deutlich länger als sonst
Kostet
kostenlos
Telefon
0565-62-1272 (Tourismusverband Asuke)
Offiziell
asuke.info

Kansai

Kyoto ist natürlich das Herbstziel schlechthin in Kansai, dazu steht alles im Beitrag Herbstlaub in Japan 2026: wann und wo. Wer zusätzlich etwas Ruhigeres sucht oder in Osaka wohnt, hat diese Alternative:

Die orange Pagode des Kiyomizu-dera in Kyoto zwischen rotem Ahorn unter grauem Himmel
Der Kiyomizu-dera in Kyoto. Zu Kyoto im Herbst gibt es einen eigenen Beitrag.

6. Minoo-Park: Wasserfall und Ahorn bei Osaka

Der Minoo-Park liegt am nördlichen Rand von Osaka und ist trotzdem schon Natur pur: Ein Wanderweg führt durch ein bewaldetes Tal bis zum Minoo-Wasserfall, dem einzigen Wasserfall der Präfektur Osaka auf der Liste der „100 schönsten Wasserfälle Japans“. Im November färben sich die Ahornbäume entlang des Weges, und abends gibt es eine Beleuchtung. Ein Halbtagesausflug ab Osaka, für den man kein Auto braucht.

Lage
Minoo, Präfektur Osaka
Hauptzeit
meist Mitte November bis Anfang Dezember
Hinkommen
mit der Hankyū-Bahn bis Minoo, von dort zu Fuß ins Tal
Kostet
kostenlos
Offiziell
minohkankou.net

Westjapan, Shikoku und Kyushu

7. Kankakei: mit der Seilbahn durchs Herbstlaub

Kankakei ist eine Schlucht auf der Insel Shōdoshima in der Seto-Inlandsee und zählt zu den drei schönsten Schluchten Japans. Zwischen bizarren Felsen färben sich Ahorn und andere Bäume, und das Beste daran: Man schwebt mit einer Seilbahn mitten durch. Oben hat man an klaren Tagen den Blick über die Inlandsee. Shōdoshima ist mit der Fähre ab Takamatsu oder Okayama zu erreichen und lässt sich gut mit den Kunstinseln der Seto-Inlandsee verbinden.

Lage
Shōdoshima, Präfektur Kagawa
Hauptzeit
meist Anfang bis Ende November
Hinkommen
mit der Fähre ab Takamatsu oder Okayama nach Shōdoshima
Kostet
Schlucht kostenlos, Seilbahn hin und zurück 2.700 Yen
Seilbahn
8:00 bis 17:00, je nach Jahreszeit unterschiedlich
Offiziell
kankakei.co.jp

8. Momijidani-Park auf Miyajima: Ahorn hinter dem Schrein

Die meisten kommen wegen des Torii im Meer nach Miyajima, aber im November lohnt sich der kurze Spaziergang weiter: Nur fünf Minuten hinter dem Itsukushima-Schrein liegt der Momijidani-Park, das „Ahorntal“, am Fuß des Bergs Misen. Ein Bach, kleine Brücken und vier verschiedene Ahornarten, und rund um die Momiji-Brücke wird es besonders schön. Wer in der Hauptzeit kommt, teilt sich das Tal allerdings mit vielen anderen, vor allem Mitte November.

Rote Holzbrücke über einem Bach, umgeben von rotem und orangem Ahorn, Sonnenstrahlen fallen durch den Dunst
Morgenlicht, Ahorn und eine rote Brücke.
Lage
Miyajima, Hatsukaichi, Präfektur Hiroshima
Hauptzeit
meist Mitte November bis Anfang Dezember
Hinkommen
ab dem Itsukushima-Schrein etwa 5 Minuten zu Fuß
Kostet
kostenlos, jederzeit zugänglich
Telefon
0829-44-2011 (Tourismusverband Miyajima)
Offiziell
www.miyajima.or.jp

9. Fukayabakei: acht Aussichten auf einen Blick

Im Norden der Präfektur Ōita auf Kyūshū liegt das Felsental Yabakei, und sein bekanntester Teil heißt Fukayabakei. Vom Aussichtspunkt Hitome Hakkei, wörtlich „acht Ansichten auf einen Blick“, sieht man gleichzeitig mehrere markante Felsformationen, umgeben von Herbstlaub. Abends wird für etwa einen Monat beleuchtet.

Ohne Auto ist es hier mühsam: Der Bus ab dem Bahnhof Bungo-Mori fährt an Wochenenden und Feiertagen nicht. Ein Mietwagen ist in dieser Gegend ohnehin die bessere Wahl, mehr dazu in meinem Beitrag Keine Angst vor Linksverkehr! Auto mieten in Japan.

Lage
Yabakei, Nakatsu, Präfektur Ōita
Hauptzeit
meist Mitte bis Ende November
Hinkommen
ab JR-Bahnhof Bungo-Mori etwa 30 Minuten mit dem Bus (an Wochenenden und Feiertagen kein Betrieb), mit dem Auto ab der Ausfahrt Kusu etwa 20 Minuten, in der Saison deutlich länger
Kostet
kostenlos, Parkplatz kostenlos

Tipp vor der Fahrt

Kleiner Wasserfall zwischen bemoosten Felsen, auf Boden und Steinen liegen rote und gelbe Ahornblätter
Liegt das Laub schon am Boden, ist man etwas spät dran. Schön ist es trotzdem.

Herbstlaub hält sich nicht an Kalender. Die Hauptzeiten oben sind Durchschnittswerte, und je nach Wetter kann es eine oder zwei Wochen früher oder später so weit sein. Die meisten dieser Orte und die großen japanischen Wetterportale melden den aktuellen Stand der Färbung, oft täglich. Wenn du dir einen Ort fest vornimmst, schau also ein paar Tage vorher nach, und plan, wenn es geht, einen Ausweichtag ein.

Quellen

Übliche Hauptzeiten, Anfahrt und Kosten stammen, wo nicht anders angegeben, aus den Herbstlaub-Seiten von Walkerplus, die sich auf die örtlichen Tourismusverbände berufen. Stand: 8. Oktober 2026.

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