Startseite › Blog › Ninja-Akademie Ibaraki
Shuriken werfen, lautlos durchs Gelände schleichen und auf Schwimmhilfen über ein Wasserbecken laufen: Das kann man seit dem 3. Oktober 2026 in der Hitachinokuni Ninja Academy (auf Japanisch Hitachi no Kuni Ninja Gakkō) lernen.
Die neue Ninja-Akademie liegt im Norden der Präfektur Ibaraki, in den Hügeln von Hitachi-Ota, und zwar in einem ehemaligen Volksschulgebäude. Hinter dem Projekt steht die Präfektur selbst, die damit mehr Besucher in ihren ruhigen Norden holen will.
Das Herzstück ist ein Ninja-Training von etwa zwei Stunden. Laut einem Bericht von Sumikai stehen Schleichen und Verstecken, Atemtechniken, Bogenschießen und Shuriken-Werfen auf dem Programm. Dazu kommt eine Suche nach einer versteckten Schriftrolle, bei der man verschlüsselte Hinweise lösen muss und dabei durch die Landschaft rund um die Schule streift.
Das spektakulärste Element ist das sogenannte Mizugumo, wörtlich „Wasserspinne“. Dabei versucht man, mit runden Schwimmhilfen an den Füßen über ein rund zehn Meter breites Becken zu „laufen“. Ob die Ninja das damals wirklich so gemacht haben, ist umstritten, Spaß macht es aber auf jeden Fall (und nass wird man vermutlich trotzdem). Am Ende bekommt jeder eine Schriftrolle als Abschlusszeugnis.
Bei Regen oder Sturm fällt das Programm im Freien aus. Stattdessen wählt man dann ein Bastelangebot.
Ein Ninja-Kostüm kann man ausleihen, man muss aber nicht. Im japanischen Geschäftsjahr 2026, also bis Ende März 2027, ist die Leihgebühr gratis. Danach sollen es 550 Yen für Kinder und 1.100 Yen für Erwachsene sein. Die Kostüme gibt es ab einer Körpergröße von 110 Zentimetern.
Zusätzlich gibt es laut Sumikai Workshops für je 1.100 Yen, etwa Papierlaternen basteln, Ninja-Proviant zubereiten oder einen Bogen bauen. Weil das Gebäude früher eine Freizeiteinrichtung mit Gästezimmern war, kann man dort auch übernachten. Auf der offiziellen Seite wird außerdem ein Camp über zwei Tage mit einer Nacht angeboten.
Wer bei Ninja an Iga oder Kōka denkt, fragt sich zu Recht, was Ibaraki damit zu tun hat. Die Akademie spielt auf die Geschichte des Mito-Zweigs der Tokugawa an. Tokugawa Mitsukuni, in Japan aus Fernsehserien als „Mito Kōmon“ bekannt, verbrachte seinen Ruhestand in Hitachi-Ota. Laut der Leiterin der Akademie hatte er sein Leben lang verdeckt arbeitende Agenten um sich. Dass es in der Gegend früher Ninja-Siedlungen gab, hält sie für möglich. Historisch belegt ist das allerdings nicht, und man sollte die Akademie eher als Erlebnis sehen als als Geschichtsunterricht.
Die Preise stammen vom Tourismusverband der Präfektur Ibaraki:
| Wer | Preis |
|---|---|
| Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren | 3.300 Yen |
| Kinder von 6 bis 15 Jahren | 1.650 Yen |
| Begleitpersonen ohne Teilnahme | gratis |
| Kostümverleih bis März 2027 | gratis |
Kinder unter Volksschulalter können nicht teilnehmen.
Die Akademie liegt sehr ländlich. Mit dem Zug kommt man bis zum Bahnhof Hitachi-Ota an der Suigun-Linie, von dort sind es noch etwa 23 Minuten mit dem Auto. Die Akademie selbst empfiehlt einen Mietwagen. Mit dem Auto fährt man aus Richtung Tokyo bis zur Autobahnausfahrt Naka und dann noch etwa 30 Minuten über die Bundesstraße 118. Vor Ort gibt es einen kostenlosen Parkplatz für 20 Autos.
Ein kleiner Tipp der Akademie selbst: Aus Richtung Norden schicken manche Navis einen über eine schmale Bergstraße. Wer das vermeiden will, gibt als Zwischenziel den Supermarkt „Zennisshoku Chain Kanasagō Kume“ ein.
Wenn du in Japan noch nie selbst gefahren bist, findest du in meinem Beitrag zum Mietwagen in Japan alles, was du vorher wissen solltest.
Es lohnt sich, wenn du mit Kindern unterwegs bist, die Ninja lieben, ohnehin einen Mietwagen hast und einmal ein Japan abseits der großen Städte erleben willst. Gerade weil die Gruppen klein sind und man draußen in der Natur übt, ist das etwas ganz anderes als die Ninja-Shows in Tokyo.
Es lohnt sich eher nicht, wenn du nur eine Woche in Japan bist und ohne Auto reist. Der Weg ist weit, und ob der Unterricht auch auf Englisch läuft, konnte ich nicht herausfinden. Meiner Einschätzung nach findet das Training vor allem auf Japanisch statt. Für Kinder ist das beim Werfen und Schleichen kein großes Problem, die Rätsel bei der Schriftrollensuche dürften ohne Japanisch aber schwierig werden. Wer einfach nur einmal Shuriken werfen will, findet in Tokyo und Kyoto Ninja-Erlebnisse auf Englisch, die viel leichter zu erreichen sind.
Wenn du hinfährst, lässt sich der Ausflug gut mit anderen Orten in Hitachi-Ota verbinden, zum Beispiel mit der Hängebrücke Ryūjin Ōtsuribashi oder mit Seizansō, dem Ruhesitz von Tokugawa Mitsukuni. Buch die Akademie am besten früh und frag beim Reservieren gleich nach, ob eine englische Erklärung möglich ist, dann weißt du, woran du bist.
Beitrag teilenKennst du jemanden, der gerade eine Japanreise plant?
Wenn deine erste Japanreise eher nach Tokyo, Kyoto und Co. führt: In der Broschüre „Japan, Ort für Ort“ stehen über 180 Orte in 13 Regionen, jeder mit Eintritt, Öffnungszeiten und der besten Uhrzeit. Ninja-Schleichen nicht nötig.
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