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Feste

Mondfeste
und Yōkai

Von Pia. Zuletzt geprüft im September 2026.

Beleuchtete Papierlaternen unter dem Vordach einer zinnoberroten Schreinhalle bei Nacht
Abends sehen die Schreine anders aus als auf den Fotos vom Tag.

Kyoto beginnt den Herbst mit dem Mond. Am Freitag, dem 25. September 2026, ist Chūshū no Meigetsu, und die Schreine der Stadt spielen Gagaku in den Abend hinein. Der eigentliche Vollmond kommt allerdings erst zwei Tage später.

Die kurze Antwort: Der 25. September ist der Festtag, der 27. September der Tag mit dem rundesten Mond. Die meisten Feste sind kostenlos oder kosten unter 1.000 Yen, ein paar wenige muss man Monate vorher beantragen.

Dazu läuft bis 29. November ein Yōkai-Fest im Filmpark Uzumasa. Das Herbstlaub kommt deutlich später.

Der Mond hinkt heuer zwei Tage nach

Chūshū no Meigetsu ist der 15. Tag des achten Monats im alten Mondkalender. Das Nationale Astronomische Observatorium Japans rechnet es so vor: Neumond war am 11. September um 12:27 Uhr, damit begann der achte Monat, und der 25. September ist dessen 15. Tag.

Der astronomische Vollmond richtet sich nach etwas anderem, nämlich der Stellung des Mondes zur Sonne. Er fällt 2026 auf den 27. September, 1:49 Uhr. Zwei Tage Abstand nennt das Observatorium „少々珍しい“, also etwas ungewöhnlich.

Für die Planung heißt das: Die Zeremonien laufen am 25., der schönste Mond steht am Abend des 26. und 27. am Himmel. Wer beides will, bleibt das Wochenende.

Woher der Brauch kommt

Tsukimi kam aus China nach Japan und richtet sich bis heute nach dem alten Mondkalender. Auf die Veranda kommen Susuki, also Pampasgras, dazu runde Tsukimi-Dango und was die Saison sonst hergibt. Das Pampasgras steht stellvertretend für die Reisähren, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschnitten sind.

Am Daikaku-ji hat das eine lange Geschichte. Kaiser Saga soll dort vor über tausend Jahren mit seinem Hofstaat von Booten aus auf den Ōsawa-Teich und den Mond geschaut haben. Der Tempel greift das jedes Jahr wieder auf.

Die Mondfeste, und welches sich lohnt

Der Daikaku-ji in Saga macht daraus drei Abende, vom 25. bis 27. September, jeweils 17:30 bis 21:00 Uhr mit Annahmeschluss um 20:30. Der Abendeintritt kostet 700 Yen, für Schüler 300 Yen. Wer tagsüber schon da war, zahlt abends noch einmal.

Das Sonderticket mit Fahrt im Drachenkopfboot über den Ōsawa-Teich und Matcha in der Godaidō kostet 7.000 Yen. Es wurde vom 6. bis 24. Juli verlost, die Frist ist also vorbei. Restplätze aus Stornierungen gibt der Tempel ab 17:30 Uhr an der Ausgabestelle aus. Ob welche frei werden, weiß vorher niemand.

Beim Shimogamo-Schrein läuft am 25. September von 17:30 bis 21:00 Uhr das Meigetsu Kangensai. Musiker in Heian-Gewändern spielen Shakuhachi, Koto und Kangen, ringsum brennen Kagaribi-Feuer. Der Besuch ist frei, der Teesitz kostet 1.000 Yen.

Auch der Kamigamo-Schrein und der Hirano-Schrein feiern am 25. September. Matsuo-taisha beginnt um 17:15 Uhr. Der Yasaka-Schrein zeigt Bugaku und Koto bei freiem Eintritt, der Chishaku-in beleuchtet seinen Garten.

Die Kaiservilla Katsura ist heuer durch. Das Kangetsukai am 25. September dauert von 18:00 bis 19:40 Uhr, kostet nichts und nimmt 64 Personen auf, aufgeteilt in acht Gruppen im Zehnminutentakt, je rund 30 Minuten im Garten. Beworben hat man sich bis 13. August 2026, höchstens zwei Personen pro Bewerbung, ab 18 Jahren.

Schade ist es trotzdem. Die Villa entstand im frühen 17. Jahrhundert an einer Stelle, die schon in der Heian-Zeit für den Blick auf den Mond bekannt war. Mehrere Bauteile sind genau darauf hin gebaut, etwa die Terrasse Tsukimidai und das Teehaus Gepparō, dessen Name „Mondwellenpavillon“ bedeutet.

Wer das nächstes Jahr will, schaut ab Juli auf die Seite des Kaiserlichen Hofamts. Ohne Bewerbung kommt man an dem Abend nicht hinein.

Yōkai im Filmpark

Parallel läuft im Tōei Uzumasa Eigamura das Kaikai YOKAI Matsuri, vom 12. September bis 29. November 2026. Geschlossen ist an einzelnen Dienstagen: 15. und 29. September sowie 6., 13., 20. und 27. Oktober. Geöffnet ist von 10:00 bis 21:00 Uhr, einzelne Bereiche nur bis 18:00.

Paraden gibt es nur am Wochenende und an Feiertagen. Um 17:30 startet die Mitmachparade, um 19:30 die Show Uzumasa Hyakki Yagyō. Die Choreografie stammt von TERUPOP.

Die Preise: Tagesticket mit Sondergoodies 3.800 Yen für Erwachsene und 2.600 Yen für Kinder, Nachtticket ab 17:00 Uhr 3.000 beziehungsweise 2.300 Yen, Saisonpass 5.500 und 3.100 Yen.

Der Name hat einen echten Hintergrund. Das Hyakki Yagyō, der Nachtzug der hundert Dämonen, zog der Überlieferung nach während der Heian-Zeit durch die Straßen der damaligen Hauptstadt. Yōkai ist dabei ein Sammelbegriff für alles Übernatürliche, von Geistern über Dämonen bis zu Wesen, für die es im Deutschen keinen Namen gibt.

Eine Einordnung dazu: Das im Filmpark ist ein Themenpark mit Tanzshow, keine alte Prozession. Das kann großartig sein, besonders mit Kindern. Wer historische Bräuche sucht, ist auf der falschen Veranstaltung.

Danach kommt das Laub, und mit ihm die Menge

Das Yōkai-Fest läuft bis 29. November und überschneidet sich am Ende mit der Laubsaison. Laut der Kyoto City Tourism Association veröffentlicht die Stadt ab Ende Oktober einen laufend aktualisierten Kalender zum Stand der Färbung an den bekannten Orten.

Praktischer finde ich das zweite Werkzeug der Stadt: eine Auslastungsprognose für sieben Gebiete, von Arashiyama über Gion und Kiyomizu bis Fushimi. Sie zeigt für jede Stunde zwischen 6 und 23 Uhr eine Einschätzung auf einer Skala von eins bis fünf, getrennt nach Wetterlage, dazu Livekameras an ausgewählten Punkten.

Das Zentrum und Arashiyama sind in der Hochsaison am vollsten, am Stadtrand bleibt es ruhiger. Anfang Dezember lässt der Andrang laut Tourismusverband wieder nach.

Wie das in eine Reise passt

Der 25. September ist ein Freitag. Der 26. und 27. sind Wochenende, und beim Daikaku-ji sind das die vollen Abende. Für Ruhe also der Freitag.

Ein Missverständnis räume ich gleich aus dem Weg: Wer Ende September nach Kyoto fliegt, sieht die Mondfeste und kein Herbstlaub. Die Prognose nennt für Kyoto den 11. Dezember. Dazwischen liegen elf Wochen.

Das Wetter ist Ende September meist noch schwül. Regenschirm einpacken.

Alle Zeiten und Preise sind Stand September 2026 und stammen von den Tempeln und Veranstaltern selbst. Solche Angaben ändern sich jedes Jahr, manchmal kurzfristig. Vor der Reise noch einmal auf der jeweiligen Seite nachsehen.

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